Lungenszintigraphie

Was ist eine Lungenszintigraphie?

Die Lungenszintigraphie ist ein bildgebendes Diagnoseverfahren zur Darstellung der Blut- und Luftversorgung der Lunge.
 
Die Lungenszintigraphie besteht aus zwei Untersuchungen:
Zur Beurteilung der Belüftung der Lunge (Lungenventilation) atmen Sie über einen Schlauch ein radioaktives Gas ein (Technegas®), das mit Technetium (99mTc) markiert ist.
 
Zur Beurteilung der Durchblutung der Lunge (Lungenperfusion) wird eine schwach radioaktive Substanz (Tracer) basierend auf Technetium markierten Albumin-Mikrosphären, z. B. 99mTc-MAA, in eine Vene injiziert.
Das verabreichte Radionuklid sendet eine Strahlung aus, die sogenannte Gammastrahlung. Diese vom Körper ausgehende Strahlung wird von einer Gammakamera erfasst, die diese Informationen zu mehreren Bildern der Lunge verarbeitet, die sogenannten Lungenszintigramme. Unsere Abteilung ist mit den modernsten Gammakameras mit Einzelphotonen-Emissionscomputertomographen + Computertomographen ausgerüstet (SPECT/CT), die Ihnen den bestmöglichen Komfort, eine niedrige Strahlenbelastung und gleichzeitig exzellente Bildqualität bieten.


Warum benötige ich diese Lungenszintigraphie?

Die Hauptindikationen für eine Lungenszintigraphie sind:
 
  1. Diagnostik der akuten Thromboembolie der Lunge, d.h. Blutgerinnsel in den Lungenarterien. In vielen Fällen ist die Lungenszintigraphie gleichrangig zur computertomografischen Pulmonalisangiographie. Vorzugsweise geeignet ist die Untersuchung für kreislaufstabile Patienten. In folgenden Situationen wird jedoch die Lungenszintigraphie mit SPECT/CT gegenüber einer Computertomographie (CT) mit Kontrastmittel bevorzugt:
  • Kontraindikation für eine Kontrastmittelgabe (Nierenschwäche, Kontrastmittelunverträglichkeit, Überfunktion der Schilddrüse)
  • Klinischer Verdacht auf eine Lungenarterienembolie bei negativem Befund in der CT
  • Junge Patienten zur Reduktion der Strahlenexposition gegenüber einer CT
  • Schwangerschaft und Stillzeit zur Reduktion der Strahlenexposition gegenüber einer CT

    2. Abklärung eines Lungenhochdrucks zum Ausschluss eines chronischen Verschlusses von Lungenarterien, die s.g. chronisch thromboembolische pulmonale Hypertonie (CTEPH)

    3. Quantifizierung der Lungenfunktion, das heißt genaue Auswertung der Ventilation und Perfusion einzelner Lungenfelder vor z.B. Lungen-Operation oder vor einer Ventilimplantation zur Lungenvolumenreduktion bei einer chronisch obstruktiven Lungenkrankheit (COPD)

    4. Quantifizierung eines Rechts-Links-Shunts bei angeboren/erworbenen Lungenanomalien


Welche Risiken birgt eine Lungenszintigraphie?

Allergische Reaktionen auf die verwendeten radioaktiven Substanzen (Tracer) sind sehr selten. Die Menge des verabreichten Radionuklids ist verhältnismäßig gering, sodass keine Vorkehrungen gegen radioaktive Strahlung getroffen werden müssen.
 
Schwangerschaft: Wenn Sie schwanger sind oder vermuten, schwanger zu sein, sollten Sie Ihren Arzt / Ihre Ärztin benachrichtigen. Im Falle einer Schwangerschaft ist die Lungenszintigraphie grundsätzlich nicht kontraindiziert. Die Indikationsstellung muss jedoch sehr streng erfolgen und sollte auf einer individuellen Abwägung zwischen dem erwarteten Nutzen und dem theoretischen Strahlenrisiko durch die Untersuchung basieren (Quelle 2, 4).

Stillen: Laut der Empfehlung des deutschen Berufsverbands der Nuklearmediziner sollte die Brustfütterung des Kindes für bis zu 24 Stunden ausgesetzt werden 5. Das Bundesamt für Strahlenschutz empfiehlt ein regelmäßiges Abpumpen der Muttermilch bei einer Unterbrechung des Stillens aufgrund einer nuklearmedizinischen Untersuchung. Dadurch sollte die Ausscheidung des Radiopharmakons aus der Brust unterstützt und die Strahlenexposition der Brustdrüsen reduziert werden. Die abgepumpte Milch kann ganz normal entsorgt werden (Quelle 3).


Wie bereite ich mich auf eine Lungenszintigraphie vor?

Im Allgemeinen ist vor einer Lungenszintigraphie keine besondere Vorbereitung erforderlich.
Sie dürfen Ihre Medikamente wie gewohnt einnehmen und Sie brauchen nicht nüchtern zu sein.
Bitte bringen Sie abgesehen von der Überweisung alle relevanten Berichte mit: vor allem Befunde früherer Lungenszintigraphien und auch die CDs oder Bilder zuvor durchgeführter Untersuchungen wie z.B. Thorax-CT.
Bitte bringen Sie, falls vorhanden, Ihren aktuellen Medikamentenplan mit.
Wenn Sie schwanger sind oder vermuten, schwanger zu sein, wenden Sie sich bitte an Ihren behandelnden Arzt / Ihre behandelnde Ärztin, bevor Sie die Untersuchung planen. Weitere Möglichkeiten besprechen wir gerne mit Ihnen und Ihrem Arzt / Ihrer Ärztin.
Wenn eine weibliche Begleitperson zu dieser Untersuchung mitkommen sollte, ist es wichtig, dass diese nicht schwanger ist.
Bringen Sie bitte keine Kinder mit!


Wie läuft eine Lungenszintigraphie ab?

Am Tag der Untersuchung wird nach Ihrer Anmeldung zuerst Ihre Anamnese erhoben. Sie werden u.a. nach Gewicht und Größe und Vorerkrankungen gefragt und die Indikation einer Lungenszintigraphie wird vor der Applikation der radioaktiven Substanz erneut von einem Nuklearmediziner geprüft.
 
Sie werden aufgefordert, eine Einverständniserklärung zu unterschreiben, in der Sie Ihre Einwilligung zur Durchführung der Lungenszintigraphie geben. Lesen Sie das Formular sorgfältig durch und stellen Sie Fragen, falls Ihnen etwas unklar erscheint.
Bei einer Ventilationsszintigraphie wird ein radioaktives Gas (z.B. Technegas®) unter aktiver Atemarbeit über einen Schlauch mit Mundstück bei gleichzeitigem Verschluss der Nase mittels einer Nasenklemme verabreicht. Im Anschluss wird für die Perfusionsszintigraphie eine radioaktive Substanz (z.B. 99mTc-MAA) im Liegen beim tiefen Ein- und Ausatmen in eine Vene verabreicht.
 
Während der Aufnahmen ist es wichtig, ruhig auf dem Untersuchungstisch (Scantisch) zu liegen, da jede Bewegung die Qualität des Scans beeinträchtigen kann. Die Kameraköpfe bewegen sich während der Aufnahme langsam um Sie herum. Sie werden Sie dabei aber nicht berühren. Es wird eine dreidimensionale Schichtaufnahme in Kombination mit einer Computertomographie, eine sogenannte SPECT/CT durchgeführt, um kleinste Veränderungen genau erkennen zu können. Die Aufnahmen dauern insgesamt ca. 35-45 Minuten.


Was passiert nach der Lungenszintigraphie?

Bevor Sie von unserem Team verabschiedet werden, werden Ihre Bilder überprüft, um sicherzustellen, dass wir über aussagekräftiges Bildmaterial verfügen.
 
Das Ergebnis wird bei Notfallindikationen unmittelbar nach der Untersuchung freigegeben oder bei Routineuntersuchungen Ihrem Arzt / Ihrer Ärztin binnen 1-2 Arbeitstagen zugesandt.
 
Bei Notfallindikationen lassen Sie sich von Ihrem Arzt / Ihrer Ärztin beraten, ob und wann Sie Ihre normalen Aktivitäten wiederaufnehmen dürfen.

Quellen:
1- Ahmadzadehfar H. et al. Clinical applications of SPECT/CT, 2. Auflage; Verlag: Springer. 2021
2- Leitlinie für die Lungenszintigraphie der Deutschen Gesellschaft für Nuklearmedizin. 2017
3- Bundesamt für Strahlenschutz https://www.bfs.de/DE/themen/ion/strahlenschutz/grenzwerte
4- EANM guideline for ventilation/perfusion single-photon emission computed tomography (SPECT) for diagnosis of pulmonary embolism and beyond. 2019
5- Berufsverband Deutscher Nuklearmediziner
https://www.berufsverband-nuklearmedizin.de/patienten/faq/




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