Diphosphonat-Szintigraphie bei kardialer ATTR-Amyloidose

Was ist eine ATTR-Amyloidose

Die ATTR-Amyloidose ist eine seltene systemische Erkrankung, bei der sich fehlerhaft gefaltete Proteinfragmente in verschiedenen Geweben des Körpers ablagern und zu Funktionsstörungen führen können. Die Abkürzung ATTR steht dabei für "amyloidogenic transthyretin". Die Krankheit kann verschiedene Organsysteme betreffen, einschließlich des Herzens, der Nieren, der Leber, des Nervensystems und des Magen-Darm-Trakts.

Die Diphosphonat-Szintigraphie bei ATTR-Amyloidose ist eine nicht-invasive und sichere bildgebende Methode, die in der Diagnosestellung und Verlaufskontrolle der Erkrankung eingesetzt wird. 

Die Untersuchung basiert auf der Verwendung eines radioaktiven Tracers, der sich an die Amyloidablagerungen im Gewebe bindet und anschließend von einer Gammakamera erfasst wird.

Warum benötige ich eine Diphosphonat-Szintigraphie?

Die Untersuchung ist insbesondere bei Verdacht auf eine kardiale Beteiligung der Erkrankung angezeigt, um eine schnelle und zuverlässige Diagnosestellung zu ermöglichen. 

Insbesondere bei Patienten mit unklarer Herzinsuffizienz und einer linksventrikulären Hypertrophie sollte die Diphosphonat-Szintigraphie durchgeführt werden. 

Symptome wie:
  • Kurzatmigkeit
  • Müdigkeit
  • Schwindel
  • Ohnmachtsanfälle 
  • Ödeme  
können auf eine Herzbeteiligung hindeuten. Zudem haben Patienten mit einer familiären Belastung für die Erkrankung ein erhöhtes Risiko und können mittels dieser Untersuchung frühzeitig diagnostiziert werden.

Die Diphosphonat-Szintigraphie bei ATTR-Amyloidose hat eine hohe Sensitivität (94-100%) und Spezifität (86-100%), was bedeutet, dass sie sehr zuverlässige Ergebnisse liefert und falsch-negative oder falsch-positive Ergebnisse selten sind.

Wie bereite ich mich auf eine Diphosphonat-Szintigraphie vor?

  • Die Vorbereitung ist ähnlich wie bei einer Skelettszintigraphie und erfordert normalerweise keine spezielle Nahrungskarenz oder das Absetzen von Medikamenten. 
  • Der Tracer benötigt jedoch ca. drei Stunden für die Verteilung im Körper, bevor die eigentliche Szintigraphie durchgeführt werden kann. 
  • Es ist ratsam für die Wartezeit etwas zum Lesen mitzubringen.

Wie verläuft eine Diphosphonat-Szintigraphie im Klinikum Westfalen ab?

Zunächst wird Ihnen die radioaktive Substanz Tc-99m-Diphosphonat in eine Vene injiziert. Anschließend erfolgt eine Wartezeit von ca. 3 Stunden, um eine ausreichende Verteilung des Tracers im Körper zu ermöglichen. Danach werden Sie auf einer Liege positioniert und mit einer Gammakamera untersucht, die die vom Körper ausgehende Strahlung aufnimmt und in ein Bild (Szintigramm) umwandelt. Die Diphosphonat-Szintigraphie dauert in der Regel etwa 30 Minuten.

Welche Risiken birgt eine Diphosphonat-Szintigraphie?

Die Diphosphonat-Szintigraphie bei ATTR-Amyloidose bietet mehrere Vorteile als nicht-invasive, ambulante und relativ sichere Untersuchungsmethode. 
  • Die Untersuchung sollte nicht bei schwangeren oder stillenden Frauen erfolgen, ansonsten ist die Menge des in Ihre Vene injizierten Radionuklids so gering, dass keine Vorkehrungen gegen radioaktive Strahlung getroffen werden müssen. 
  • Allergische Reaktionen auf den Tracer sind sehr selten.

Was passiert nach der Diphosphonat-Szintigraphie?

Stehen Sie bitte nach der Untersuchung ganz langsam auf und bleiben Sie bei Schwindel kurz sitzen. Bevor Sie von unserem Team verabschiedet werden, werden Ihre Bilder überprüft, um sicherzustellen, dass wir über aussagekräftiges Bildmaterial verfügen.
Der schriftliche Befund wird Ihrem Arzt / Ihrer Ärztin binnen 3-5 Tagen zugesandt.
Nach der Untersuchung dürfen Sie Ihre normalen Aktivitäten wiederaufnehmen.

1. Rapezzi C, Quarta CC, Guidalotti PL, et al. Role of 99mTc-DPD scintigraphy in diagnosis and prognosis of hereditary transthyretin-related cardiac amyloidosis. JACC Cardiovasc Imaging. 2016;9(10):1267-1278.
 
2. Witteles RM, Bokhari S, Damy T, et al. Screening for Transthyretin Amyloid Cardiomyopathy in Everyday Practice. JACC Heart Fail. 2019;7(8):709-716.
 
3. Dorbala S, Ando Y, Bokhari S, et al. ASNC/EANM/ESC guidelines for the diagnosis and treatment of cardiac amyloidosis: executive summary. Eur J Nucl Med Mol Imaging. 2021;48(3):859-882.

Prof. Dr. med. Hojjat Ahmadzadehfar, MSc
Prof. Dr. med.
Hojjat Ahmadzadehfar, MSc


Fax: 0231-922-1653

Postalische Anschrift: 
Am Knappschaftskrankenhaus 1
44309 Dortmund




Deutschlands beste Ausbildungsbetreiber
Deutschlands beste Arbeitsgeber
Top Karriere Chancen
KTQ-Zertifikat
Zertifikat seit 2019 audit berufundfamilie
QMKD-Zertifikat
KLiK GREEN
Partner der PKV 2020
Mitglied im Netzwerk Selbsthilfefreundlichkeit und Patientenorientierung im Gesundheitswesen
Kompetenzzentrum Thoraxchirurgie