Knochenszintigraphie

Was ist eine Knochenszintigraphie?

Die Knochenszintigraphie, auch Skelettszintigraphie genannt, ist ein bildgebendes Diagnoseverfahren zur Sichtbarmachung von Knochenstoffwechselveränderungen. Bei diesem Verfahren wird eine schwach radioaktive Substanz (Tracer) in eine Vene injiziert.
Das injizierte Radionuklid emittiert eine Strahlung, die sogenannte Gammastrahlung. Diese vom Körper ausgehende Strahlung wird von einer Gammakamera erfasst, die die Informationen zu einem Bild der Knochen verarbeitet. Unsere Abteilung ist mit den modernsten Gammakameras ausgerüstet (siehe SPECT/CT) Quelle1.
In Abhängigkeit des Stoffwechsels wird diese Substanz nach der Injektion von der Knochenstruktur in unterschiedlichem Maße aufgenommen, z. B. wird sie an einer Stelle mit einem frischen Knochenbruch wegen des erhöhten Knochenstoffwechsels im Vergleich zu gesunden Knochen vermehrt aufgenommen.


Warum brauche ich möglicherweise diesen Knochenscan?

Es gibt mehrere Indikationen für eine Knochenszintigraphie, man unterscheidet zwei Hauptindikationen:

  1. Knochenszintigraphie bei Verdacht auf eine Krebserkrankung oder bei einer gesicherten Krebserkrankung
    Knochenszintigraphien werden hauptsächlich verwendet, um die Ausbreitung von metastasiertem Krebs zu erkennen, die sogenannten Knochenmetastasen. Da sich Krebszellen schnell vermehren, erscheinen sie auf einem Knochenszintigramm als Hotspot. Dies ist auf den erhöhten Knochenstoffwechsel und die Knochenreparatur im Bereich der Krebszellen zurückzuführen. Knochenscans können auch zur Einstufung des Krebses vor und nach der Behandlung verwendet werden, um die Wirksamkeit dieser genauer zu beurteilen. Mit Hilfe dieser modernen Bildgebung in unserer Abteilung mittels SPECT/CT können wir die Knochenveränderungen - im Vergleich zu herkömmlichen nuklearmedizinischen Gammakameras - mit einer sehr hohen Genauigkeit (Spezifität) beurteilen und den Patienten dadurch oft weitere bildgebende Verfahren zur weiteren Abklärung dieser Veränderungen ersparen.

  2. Knochenszintigraphie bei gutartigen Erkrankungen
  • Rheumatoide Erkrankungen, wie z.B. chronische entzündliche Arthritis, einschließlich rheumatoider Arthritis, Spondylitis ankylosans und Psoriasis-Arthritis sowie Sakroiliitis 
  • Enthesopathien, einschließlich Plantarfasziitis, Achilles Tendinitis und Bursitis 
  • Zur Beurteilung eines Knochentraumas in Situationen, in denen gewöhnliche Röntgenaufnahmen kein Trauma erkennen lassen
  • Um schwer lokalisierbare Frakturen zu erkennen
  • Um das Alter von Frakturen zu bestimmen
  • Zur Erkennung und/oder Beurteilung von Knocheninfektionen (Osteomyelitis)
  • Zur Beurteilung schwer zu erklärender Knochenschmerzen
  • Bei einer Osteonekrose des Kiefers
  • Zur Erkennung einer Prothesenlockerung/Infektion
  • Bei metabolischen Knochenerkrankungen
Es kann für Ihren behandelnden Arzt weitere Gründe geben, eine Knochenszintigraphie zu empfehlen.


Welche Risiken birgt eine Knochenszintigraphie?

Die Menge des in Ihre Vene injizierten Radionuklids ist so gering, dass keine Vorkehrungen gegen radioaktive Strahlung getroffen werden müssen. Allergische Reaktionen auf den Tracer sind sehr selten.
Schwangerschaft: Wenn Sie schwanger sind oder vermuten, schwanger zu sein, sollten Sie Ihren Arzt benachrichtigen. Im Falle einer Schwangerschaft ist die Skelettszintigraphie nicht grundsätzlich kontraindiziert. Die Indikationsstellung muss jedoch sehr streng erfolgen und sollte auf einer individuellen Abwägung zwischen dem erwarteten Nutzen und dem theoretischen Strahlenrisiko durch die Untersuchung basieren.(Quelle 2, 3)

Stillen: Zwar ist eine Unterbrechung des Stillens laut der ICRP (Internationalen Strahlenschutzkommission) nicht zwingend erforderlich, dennoch sollte die Brustfütterung des Kindes laut der Empfehlung der deutschen Gesellschaft für Nuklearmedizin für 48 Stunden ausgesetzt werden. (Quelle2)


Wie bereite ich mich auf eine Knochenszintigraphie vor?

Im Allgemeinen ist vor einem Knochenscan keine besondere Vorbereitung erforderlich.
Sie dürfen Ihre Medikamente wie gewöhnt einnehmen und brauchen nicht nüchtern zu sein.

Bitte bringen Sie abgesehen von der Überweisung alle relevanten Berichte mit: vor allem Befunde früherer Skelettszintigraphien und auch die CDs oder Bilder zuvor durchgeführter Untersuchungen wie z.B. CT oder MRT.

Bitte bringen Sie - falls vorhanden - Ihren aktuellen Medikamentenplan mit.

Wenn Sie schwanger sind oder vermuten, schwanger zu sein, wenden Sie sich, bevor Sie die Untersuchung planen- bitte an Ihren behandelnden Arzt,. Weitere Möglichkeiten besprechen wir gerne mit Ihnen und Ihrem Arzt.

Inkontinenz: Es ist wichtig, dass Sie uns vor Ihrem Termin wissen lassen, ob Sie an Inkontinenz leiden. Dies ist wichtig, um Sie genau beraten zu können, da ein Teil der Strahlung mit dem Urin ausgeschieden wird. Wenn Sie einen Slip tragen, bringen Sie bitte eine Einlage mit. Wenn Sie einen Harnkatheter haben, muss der Beutel vor der Aufnahme entleert werden.

Wenn eine weibliche Begleitperson zu dieser Untersuchung mitkommen sollte, ist es wichtig, dass diese nicht schwanger ist.
Bringen Sie bitte keine Kinder mit!


Wie läuft eine Knochenszintigraphie ab?

Am Tag der Untersuchung wird nach Ihrer Anmeldung zuerst Ihre Anamnese erhoben. Sie werden u.a. nach Gewicht und Größe, Vorerkrankungen, Verletzungen und Operationen gefragt und die Indikation einer Knochenszintigraphie wird vor der Applikation der radioaktiven Substanz erneut von einem Nuklearmediziner geprüft.
Sie werden aufgefordert, eine Einverständniserklärung zu unterschreiben, in der Sie Ihre Einwilligung zur Durchführung des Tests geben. Lesen Sie das Formular sorgfältig durch und stellen Sie Fragen, falls Ihnen etwas unklar erscheint.
In Abhängigkeit von der Fragestellung wird bei Ihnen eine Ein- oder Mehrphasenknochenszintigraphie durchgeführt. Bei einer Mehrphasenknochenszintigraphie erfolgt normalerweise die intravenöse Applikation der radioaktiven Substanz an der Gammakamera bzw. wenn Sie auf der Liege positioniert worden sind. Die Frühaufnahme dauert ca. 10 Minuten, anschließend werden Sie gebeten im Warteraum Platz zu nehmen. Zwischen 2-4 Stunden nach der Applikation wird dann die sogenannte Spätaufnahme durchgeführt.
Bei einer Einphasenknochenszintigraphie erfolgt die Applikation im Applikationsraum und nach 2-4 Stunden nach der Applikation erfolgt die Bildgebung (Spätaufnahme).
Für die Wartezeit ist es ratsam, sich etwas zum Lesen mitzubringen.
Um den Tracer auszuspülen, sollten Sie in der Wartezeit – wenn es nicht medizinisch kontraindiziert ist wie bei Nieren- oder Herzinsuffizienz – etwa einen Liter Flüssigkeit zu sich nehmen.
Vor der Spätaufnahme werden Sie gebeten, Ihre Blase zu entleeren.
Während der Aufnahme ist es wichtig, ruhig auf dem Scantisch zu liegen, da jede Bewegung die Qualität des Scans beeinträchtigen kann. Es ist möglich, dass Sie während des Scans neu positioniert werden, um bestimmte Ansichten der Knochen zu erhalten.
Die Kameraköpfe bewegen sich während der Ausnahme langsam über Sie hinweg. Sie werden Sie dabei aber nicht berühren. Oft wird zusätzlich eine dreidimensionale Schichtaufnahme in Kombination mit einer Computertomographie, eine sogenannte SPECT/CT durchgeführt, um kleinste Knochenveränderungen genau erkennen zu können. In diesem Fall drehen sich die Kameraköpfe um Sie herum. Die Spätaufnahmen dauern alle zusammen normalerweise zwischen 40-50 Minuten.
Während die Knochenszintigraphie selbst keine Schmerzen verursacht, könnte das Stillliegen für die Dauer der Untersuchung zu Beschwerden oder Schmerzen führen, insbesondere im Falle einer Verletzung oder eines invasiven Eingriffs wie einer Operation. Unser Personal wird alle möglichen Komfortmaßnahmen ergreifen und das Verfahren so schnell wie möglich abschließen, um Beschwerden oder Schmerzen zu minimieren.


Was passiert nach der Knochenszintigraphie?

Beim Aufstehen von der Kameraliege sollten Sie sich langsam bewegen, um Schwindel durch das längere Liegen zu vermeiden.

Bevor Sie von unserem Team verabschiedet werden, werden Ihre Bilder überprüft, um sicherzustellen, dass wir über aussagekräftiges Bildmaterial verfügen.
Das Ergebnis wird Ihrem Arzt binnen 24 bzw. 48 Stunden zugesandt. In dringenden Fällen wie z.B. bei einer geplanten Operation, Bestrahlung oder Chemotherapie, Infektion oder frischen Frakturen, werden wir Ihren Bericht selbstverständlich schneller freigeben.

Sie werden angewiesen, 24 bis 48 Stunden nach der Untersuchung viel Flüssigkeit zu sich zu nehmen und Ihre Blase häufiger als gewöhnlich zu entleeren, um den restlichen Tracer aus Ihrem Körper auszuspülen.

Wichtig! Sie sollten in den nächsten 24 bis 48 Stunden nach Ihrer Knochenszintigraphie keine anderen diagnostischen Radionuklidverfahren durchführen lassen.

Sie können Ihre gewohnte Ernährung und Ihre normalen Aktivitäten wieder aufnehmen, es sei denn, Ihr Arzt rät Ihnen etwas anderes.

Quellen:
1- Ahmadzadehfar H. et al. Clinical applications of SPECT/CT, 2. Auflage; Verlag: Springer. 2021
2- Leitlinie für die Knochenszintigraphie der Deutschen Gesellschaft für Nuklearmedizin
3- The EANM practice guideline for bone scintigraphy


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