Dopamin-Transporter

Was ist ein DAT-Scan?

DAT-Scan (DaTSCAN®, DAT-SPECT oder FP-CIT) ist ein bildgebendes Diagnoseverfahren zur Darstellung von funktionsfähigen Dopamin-produzierenden Nervenzellen bei unklarem Parkinson- oder Tremor-Syndrom.
Hierfür wird eine schwachradioaktive Substanz in eine Vene injiziert und ca. 3-4 Stunden später wird eine Aufnahme vom Schädel durchgeführt. Das verabreichte Radionuklid sendet eine Strahlung aus, die sogenannte Gammastrahlung, die von ihren Eigenschaften der Röntgenstrahlung sehr ähnelt und von einer sehr empfindlichen Einzelphotonen-Emissionscomputertomographie-Kamera (SPECT) erfasst wird. Die dabei erfasste Strahlung kommt also nicht von der Kamera, sondern von der zu untersuchenden Person selbst (Quelle 1). Die Informationen werden zu mehreren Bildern des Gehirnes verarbeitet, die so genannten Gehirn-Szintigramme.
Unsere Abteilung ist mit der modernsten Technik ausgerüstet (Siehe SPECT/CT), die Ihnen neben bestmöglichem Komfort auch eine niedrige Strahlenbelastung bei gleichzeitig exzellenter Bildqualität bietet.
Die Daten werden mittels zwei modernen Softwareanwendungen (DaTQUANT von der Firma GE und Scenium von der Firma SIEMENS) analysiert, welche eine standardisierte Auswertung und einen Vergleich mit einem Normalkollektiv erlauben. (Abb. 1-3)


Abbildung 1: Darstellung der Basalganglien

 

Abbildung 2: Vergleich mit dem Normalkollektiv (Scenium; Siemens)

Abbildung 3: Vergleich mit dem Normalkollektiv (DATQUANT; GE)


Warum benötige ich ein DAT-Scan?

Die Hauptindikationen für ein DAT-Scan sind:
  • Frühdiagnostik neurodegenerativer Parkinson-Syndrome, insbesondere Frühstadium von Morbus Parkinson
  • zur Differenzierung von Parkinson-Syndromen mit defekten Kernkörperchen und Schädigung der Dopaminproduzierenden Zellen wie Morbus Parkinson, Multisystematrophie (MSA), progressive supranukleäre Blicklähmung (PSP) oder corticobasale Degeneration (CBD) gegenüber Syndromen mit intakten Kernkörperchen wie z. B. medikamenten-induzierte, psychogene oder vaskuläre Demenz oder Tremor-Syndrome (z. B. essenzieller Tremor) oder die sehr seltene Dopa-responsive Dystonie.
  • Wichtig! DAT-Scan sollte bei etabliertem Parkinson-Syndrom nicht zur Abgrenzung atypischer neurodegenerativer Krankheitsvarianten wie z. B. MSA und PSP eingesetzt werden, da die Differenzierung nicht zuverlässig ist.
  • zur Differenzierung zwischen wahrscheinlicher Lewy-Körperchen-Demenz und Alzheimer-Demenz.

Welche Risiken birgt ein DAT-Scan?

Allergische Reaktionen auf die verwendete Substanz (DaTSCANTM bzw. FP-CIT) sind sehr selten. Die Menge des verabreichten Radionuklids ist vergleichsweise gering, sodass keine Vorkehrungen gegen radioaktive Strahlung getroffen werden müssen.
Eine Schwangerschaft muss vor der Untersuchung ausgeschlossen werden. Stillzeit, Nieren- und Leberversagen gelten laut der Deutschen Leitlinie als relative Kontraindikationen für die Durchführung eines DAT-Scans (Quelle 2).


Wie bereite ich mich auf ein DAT-Scan vor?

Für die Untersuchung ist eine preisintensive radioaktive Substanz (Sachkosten ca. 900,- €) erforderlich, welche wir ausschließlich für Sie persönlich beim Hersteller vor der Untersuchung anfordern. Das Präparat hat eine sehr kurze Lebensdauer und ist nur wenige Stunden verwendbar.
 
Daher bitten wir Sie unbedingt pünktlich zu erscheinen bzw. den Termin rechtzeitig abzusagen (bis Montag der Vorwoche vor dem Untersuchungstermin unter der Telefonnummer: 0231 / 922 -1651).
 
Weiterhin bitten wir Sie zu beachten, dass bestimmte Medikamente (Siehe unten in der. Tabelle „Substanzen mit Verringerung der Tracer-Aufnahme von DAT-Scan“), die Untersuchung beeinflussen könnten und diese sollten daher, in Absprache mit Ihrem behandelnden ärztlichen Fachpersonal, vor der DAT-Scan-Untersuchung abgesetzt werden.
 
Am Untersuchungstag brauchen Sie nicht nüchtern zu sein. Mind. 30 min vor der Gabe der radioaktiven Substanz werden Ihnen Irenat-Tropfen gegeben, um die Aufnahme von freiem Iodid in die Schilddrüse zu vermeiden.


 


Wie läuft ein DAT-Scan ab?

Am Tag der Untersuchung wird nach Ihrer Anmeldung zuerst Ihre Anamnese erhoben. Sie werden u.a. nach Medikamenten, Ausprägung und Dauer der Symptome gefragt und die Indikation des DAT-Scans wird vor der Applikation der radioaktiven Substanz erneut vom ärztlichen Fachpersonal geprüft.
Sie werden aufgefordert, eine Einverständniserklärung zu unterschreiben, in der Sie Ihre Einwilligung zur Durchführung der Untersuchung geben. Lesen Sie das Formular sorgfältig durch und stellen Sie Fragen, falls Ihnen etwas unklar erscheint.
Die radioaktive Substanz wird im Applikationsraum normalerweise in sitzender Position in die Vene gegeben und ca. 3-4 Stunden nach der Applikation erfolgt die Bildgebung.
Für die Wartezeit ist es ratsam, sich etwas zum Lesen mitzubringen.
Während der Aufnahme ist es wichtig, ruhig auf dem Scantisch zu liegen, da jede Bewegung die Qualität des Scans beeinträchtigen kann. Die Kameraköpfe bewegen sich während der Aufnahme langsam um Sie herum, werden Sie dabei aber nicht berühren.
Bei der Untersuchung wird eine dreidimensionale Schichtaufnahme, eine sogenannte SPECT durchgeführt, um kleinste Veränderungen genau erkennen zu können. Normalerweise dauert die Aufnahme ca. 50-60 Minuten.

Was passiert nach dem DAT-Scan?


Stehen Sie bitte nach der Untersuchung ganz langsam auf und bleiben Sie bei Schwindel kurz sitzen.
Bevor Sie von unserem Team verabschiedet werden, werden Ihre Bilder überprüft, um sicherzustellen, dass wir über aussagekräftiges Bildmaterial verfügen.
Der schriftliche Befund inkl. therapierelevanter Auswertungen und Bilder werden an die überweisende ärztliche Praxis binnen 3-4 Tagen zugesandt.

Quellen:
1- Ahmadzadehfar H. et al. Clinical Nuclear Medicine, 2. Auflage; Verlag: Springer. 2020
2- S1-Leitlinie SPECT-Untersuchungen mit dem 123I-markierten Dopamintransporter-Liganden FP-CIT (DaTSCANTM), Stand: 5/2017 – AWMF-Registernummer: 031-037


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