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Aktionstag: 130 Jahre Hellmig-Krankenhaus Kamen

„Wir werden weiter investieren“, versprach Andreas Schlüter, Geschäftsführer des Klinikums Westfalen im Rahmen seiner Festansprache zum 130. Geburtstag des Hellmig-Krankenhauses. Der Blick ging an diesem Tag auch nach vorn. Bürgermeister Hermann Hupe präsentierte sich stolz auf das Klinikum Westfalen und das Kamener Krankenhaus. Knappschaftsdirektor Heinz-Günter Held zeigte sich als Vertreter des größten Gesellschafters optimistisch für die weitere Entwicklung.

In  der Rückschau nahm natürlich Wilhelmine Hellmig besonderen Raum ein. Ihre Spende lieferte den Grundstock für den Bau des Krankenhauses. Sie hatte aber zugleich verfügt, so berichtete Andreas Schlüter, dass ihre Nachkommen - sofern sie in Kamen lebten - kostenlos im Krankenhaus versorgt und verpflegt werden sollten, aber stets immer nur eine Person.  Für das heutige Krankenhaus gilt diese Regelung übrigens nicht mehr, da die Ursprungsstiftung 1938 aufgelöst wurde.

Unter den Besuchern waren auch zwei Vertreterinnen der Frauenhilfe Westfalen, die von 1922 bis 1956 die Pflegekräfte im Hellmig-Krankenhaus gestellt hatte. Gisela Borg, Altoberin im Ruhestand, hat noch viele hier tätige Schwestern gekannt. Schwester Ilse Luncke hat zudem familiäre Bindungen zum Hellmig-Krankenhaus. Ihre Ur-Ur-Großmutter wurde wegen dieser Herkunft noch kostenlos im Hellmig-Krankenhaus behandelt. 

Mehrere tausend Besucher konzentrierten sich auf die besonderen Angebote an diesem Festtag. Umlagert waren ins Besondere die vielfältigen Angebote für Gesundheitschecks und Beratung. Blutzuckertest, Blutdruckmessung, Ultraschall der Halsschlagader und die Pulswellenanalyse als weiteres Indiz zum Zustand des Gefäßsystems boten entweder beruhigende Signale oder mündeten in dem Hinweis, mit dem Hausarzt den eigenen Gesundheitszustand weiter abzuklären. Wie wichtig die Händehygiene ist, wurde mit einem speziellen Gerät nachgewiesen, das Nachlässigkeiten sofort sichtbar machte. Dass moderne Operationstechnik besondere Fertigkeiten verlangt, zeigte das Angebot, selbst minimalinvasiv per Videokamera chirurgisches Besteck einzusetzen.

Beeindruckt zeigten sich Besucher von den aktuellen Patientenzimmern, die auf zwei Stationen bereits realisiert sind, weitere sollen Jahr für Jahr folgen. Den guten Zuspruch zu allen Angeboten, zum anfassenden Vortragsprogramm, den vielen Ständen von Selbsthilfegruppen  und zum Angebot eines begehbaren Darms wertete Krankenhausleiterin Anke Ronge als Zeichen für die hohe Bindung der Kamener an ihr Krankenhaus, die zugleich Ansporn sei für die Zukunft.

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