Virtuelle Koloskopie

Klinik für Radiologie

Virtuelle Koloskopie

Jedes Jahr erkranken in Deutschland rund 50.000 Menschen an Darmkrebs. Die frühzeitige Entdeckung der Dickdarmtumore verbessert die Behandlungschancen. Die herkömmliche Darmspiegelung nimmt nach Schätzungen nur ein Drittel der Frauen und sogar nur ein Sechstel der Männer ab 45 Jahren in Anspruch. Darmkrebs entwickelt sich in rund 90 Prozent der Fälle aus kleinen knotenförmigen Vorstülpungen der Darmschleimhaut, den Polypen. Solche Polypen sind zunächst zumeist harmlos. Im Verlauf einiger Jahren können sich in ihnen aber bösartige Krebszellen entwickeln. Die Entdeckung und Entfernung von Polypen kann zu mehr als 80 Prozent die Entstehung eines Kolonkarzinoms verhindern.

Die virtuelle Koloskopie, auch CT-Kolonographie genannt, ist ein computertomographisches Verfahren, um das Innere des Darmes zu betrachten und auf Veränderungen zu untersuchen. Während bei der klassischen, optischen Darmspiegelung ein Untersuchungsinstrument, das Endoskop, in den Darm eingeführt wird, findet die virtuelle Koloskopie in Form einer CT-Untersuchung statt. Die radiologische Klinik des Knappschaftskrankenhauses verfügt über ein hochmodernes Mehrschicht-Spiral-CT, welches 128 parallele Schichten gleichzeitig untersuchen kann. Diese Spezialgeräte erzeugen feinste Schnittbilder aus dem Körperinneren und stellen Schicht für Schicht die Gewebestrukturen der Organe dar.

Anschließend werden rechnergestützt die digitalen Schnittbilder dieser hochauflösenden Computertomographie in dreidimensionale Ansichten des Darmes umgewandelt. Eine spezielle Aufarbeitung der Bilddaten ermöglicht die virtuelle Fahrt durch den Darm, dessen Innenansicht sich mit all seinen Windungen und Biegungen auf dem Bildschirm darstellt.

Genauso wie vor einer normalen Darmspiegelung, ist es auch bei der virtuellen Koloskopie sehr wichtig, den Darm mit Abführmitteln komplett zu reinigen, um die Sicht auf die Darmwand nicht zu versperren. Kurz vor der eigentlichen Untersuchung wird Ihnen durch den After Luft verabreicht. Dieses leichte Aufblähen des Dickdarms dient dazu, aneinander liegende Darmwände sanft von einander zu trennen, sie etwas zu entfalten, damit während der Untersuchung das gesamte Darminnere gut abgebildet werden kann.

Neben Vorteilen für den Patienten ergeben sich auch für den Arzt Vorteile. Die CT- Untersuchung beschränkt sich nicht nur auf den Darm, sondern man kann auch "hinter die Kulissen" blicken und die Lymphknoten sowie die anderen Organe beurteilen.
Dr. med. Jens Rodenwaldt
Privatdozent Dr. med.
Jens Rodenwaldt
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