Radiologie

Aktuelles aus dem Klinikum

Klinikum Westfalen setzt Standards - Radiologische Vergleichsbilder im weltweiten Einsatz

Das Klinikum Westfalen setzt internationale Standards bei der radiologischen Beurteilung von Pneumokoniose - im Ruhrgebiet besser als Staublunge bekannt - und weiteren Lungenerkrankungen. Referenzfilme aus dem Knappschaftskrankenhaus Dortmund werden weltweit auch zur Beurteilung von Asbesterkrankungen genutzt.
Beteiligt daran ist mit dem Radiologieteam unter Leitung von Priv.-Doz. Jens Rodenwaldt auch dessen Vorgänger als Chefarzt und zugleich ehemaliger ärztlicher Leiter des Knappschaftskrankenhauses, Dr. Kurt G. Hering. Von Ruhestand kann man bei Dr. Hering nicht sprechen. Freiberuflich ist er dem Knappschaftskrankenhaus weiter verbunden und unterhält Arbeitsräume am Breierspfad. Als Berater ist er stark gefragt, aber auch als Teilnehmer an internationalen Fachkongressen. Der Abschied von seinen früheren Aufgaben habe ihm erst die Zeit verschafft, sich um solche Aufgaben zu kümmern, schildert er.

Folgen solchen Engagements schlagen sich nieder in einem Handbuch und auf weltweiten Tagungen. Das Logo des Klinikums Westfalen findet in gleicher Weise internationale Verbreitung auf digitalen Datenträgern, die Radiologen in aller Welt bei der Klassifikation von Pneumokoniosen helfen. Standardfilmsätze wurden dazu von der Radiologie des Klinikums Westfalen erstellt, überwacht von Heike Stephan, Leitende Medizintechnische Assistentin. Diese Aufnahmen ermöglichen Vergleichsansichten, nach denen ein Röntgenbefund beurteilt und der Schweregrad der Erkrankung klassifiziert wird.

Ein zentrales Anwendungsgebiet ist die Anzeige und Anerkennung von Berufskrankheiten für Beschäftigte in staubexponierten Berufen oder solchen mit Asbestgefährdung. Für die radiologische Bildbewertung existieren seit Jahrzehnten standardisierte Klassifikationen. Für Thoraxübersichtsaufnahmen hat das International Labour Office ILO - zu deutsch das Internationale Arbeitsamt IAA - seit 1980 Standards gesetzt und Richtlinien veröffentlicht. Für den Einsatz von CT existiert inzwischen in Analogie  dazu die "International Classification of HRCT for Occupational and Environmental Respiratory Diseases - ICOERD". Diese Klassifikation ist ein Instrument, um radiologische Aufnahmen standardisiert zu beurteilen, diese Einschätzung weltweit zu vereinheitlichen sowie vergleichbar und epidemiologisch nutzbar zu machen.

Die besondere Rolle des Klinikums Westfalens dabei erklärt sich aus der Tradition der Knappschaft im Einsatz für Bergarbeiter und damit auch der langen Erfahrung im Umgang mit der Steinstauberkrankung Silikose, erläutert Dr. Hering. Die hohe Zahl der behandelten Patienten und die medizintechnische Ausstattung des Hauses habe in Verbindung mit dem Engagement des Radiologie-Teams ermöglicht, das auch für die CT-Diagnose das digitale Referenzmaterial hier entstanden ist.
Das Internationale Arbeitsamt zeigt sich davon überzeugt, dass die internationale Klassifikation auch in Zukunft zum Gesundheitsschutz von Arbeitern in staubexponierten Berufen beiträgt.