Nickerchen stört den Schlaf

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Nickerchen stört den Schlaf - Schlafmediziner Dr. Kelbel zu Gast in Begegnungsstätte Eving

18 Stunden täglich schläft ein Säugling, fünf bis sieben Stunden dagegen reichen einem 70-Jährigen. Schlaf sei ein komplexes Thema, erläuterte Dr. Clemens Kelbel, Chefarzt für Pneumologie, Intensivmedizin und Schlafmedizin am Knappschaftskrankenhaus. Im Begegnungszentrum in Eving an der Deutschen Straße klärte er auch darüber auf, was nutzt und was schadet im Bemühen um erholsamen Schlaf.

Wer zum Beispiel am Nachmittag ein ausgedehntes Nickerchen macht, der reduziert damit sein Schlafpotenzial für die Nacht, erläuterte Dr. Kelbel. Er rät deshalb auch und gerade Senioren, am Nachmittag höchstens ein kurzes Schläfchen einzulegen von etwa 20 Minuten. Das reiche aus, um Energie zu schöpfen, mehr störe nur die Nachtruhe.

Schlafverhalten sei individuell unterschiedlich. Es könne durchaus sein, dass ein Senior nur fünf Stunden Schlaf am Tag braucht. Frauen benötigen in der Regel einen Stunde Schlaf pro Tag mehr als Männer. Wenn nach der entsprechenden Stundenzahl die Nachtruhe vorbei ist, dann sei dies keine Schlafstörung sondern einfach dem Alter und dem persönlichen Schlafbedürfnis geschuldet, so Kelbel.

Echte Schlafstörungen, die zum Beispiel aus pneumologischen Krankheiten resultieren, gehören dagegen in ärztliche Kontrolle.  Oft könne ein Schlaflabor Aufklärung darüber bringen, welche Störungen genau vorliegen und welche Ursachen sie haben. "Viele Probleme mit dem Schlaf sind jedoch hausgemacht", so Dr. Kelbel.

Wichtig sei der passende Schlafrhythmus und die richtige Schlafhygiene. Alkohol zum Beispiel könne genauso schaden, wie Kaffee. Stress oder Beziehungsstreit störe den Schlaf. Auch ein allzu spannender Krimi vor dem Zu-Bett-gehen könne den Schlaf hemmen. Stress, Streitfolgen und solche Spannung müsse abgearbeitet werden, zum Beispiel im Gespräch mit dem Partner.

Ein Maßstab dafür, ob eine krankhafte Schlafstörung vorliegt, sei die Häufigkeit entsprechend unruhiger Nächte. Dreimal gestörter Schlaf pro Woche oder eine Störung, die länger als einen Monat anhält, sei durchaus ein berechtigter Anlass, mit dem Arzt darüber zu reden.
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