Knochenbrueche

Aktuelles aus dem Klinikum

Knochenbrüche im Alter vermeiden - Fachärztin der Klinik am Park Lünen referierte im PueD

Ein Oberschenkelhalsbruch war in früheren Zeiten fast gleichbedeutend mit einem Todesurteil, erzählt Dr. Ulrich Schmidt-Rosenbaum, niedergelassener Arzt im Dortmunder Stadtteil Eving. Dass das heute anders ist, Sturz- und Bruchgefahren im Alter aber ein wichtiges Thema bleiben, erläuterte Christiane Dickmann, Fachärztin der Klinik am Park Lünen, bei einem Vortrag im PueD in Eving.

Rund 100.000 Oberschenkelhalsbrüche gebe es in Deutschland pro Jahr, so die Ärztin  der Klinik für Chirurgie. Neben Oberarmbrüchen gehören solche hüftgelenksnahen Brüche zu häufigen Sturzfolgen gerade bei älteren Menschen. Die altersbedingte Veränderung der Knochensubstanz zum Beispiel durch Osteoporose begünstige derartige Verletzungen.  Senioren seien außerdem sturzgefährdeter als jüngere Menschen, zum Beispiel weil schon mal Schwindelgefühle auftreten.

Die moderne Medizin biete für Brüche heute effiziente Therapiemöglichkeiten. Die aber müssten gerade für ältere Menschen gut abgewogen werden. Ein künstliches Gelenk sei nicht immer ein Allheilmittel. Abgewogen werden müsse immer auch, welche Ansprüche der Patient an seine Mobilität und Belastungsfähigkeit hat und welcher Eingriff ihm noch zuzumuten sei. Ziel sei es in erster Linie, Schmerzfreiheit und angemessene Funktionalität wieder herzustellen.

Es könne zum Beispiel sein, dass eine chirurgische Versorgung auch bei einem ohnehin weitgehend in seiner Mobilität eingeschränkten Patienten unverzichtbar sei, weil eine Schmerzquelle anders nicht ausgeschaltet werden kann. Bei der Frage, ob konservativ gegipst wird oder operiert werden muss, gehe es auch um das Risiko einer Gelenkversteifung. Nach einer chirurgischen Lösung sei Belastbarkeit schneller gegeben und könne ein Bewegungstraining früher begonnen werden.

Wichtig sei in vielen Fällen ein umfassendes Betreuungspaket, das auch die Nachbehandlung - zum Beispiel eine geriatrische Reha -  sicherstellt. Bei Bedarf müsse schon im Krankenhaus über dessen Sozialdienst in Kooperation mit Familienangehörigen Betreuung und Pflege nach der Entlassung sichergestellt werden.

Ein wichtiges Thema schon vor entsprechenden Unfallereignissen ist die Sturzvermeidung, so Christiane Dickmann. Die Wege in der eigenen Wohnung zur Toilette für nächtliche Nutzungen von Hindernissen freizuhalten, könne Risiken nehmen. Stolperfallen durch Teppichkanten können beseitigt werden, auch wenn dazu ein lieb gewonnener Läufer einen anderen Platz bekommen muss. Wichtig sei es aber auch, älteren Menschen  Ängste zu nehmen, damit sie sich weiter Bewegung und den Weg nach draußen zutrauen. Denn Bewegung bleibe ein gutes Mittel, um Muskulatur und Knochen zu kräftigen oder deren Veränderungen zu bremsen.

Info
Die Vortragsreihe des Klinikums Westfalen im PueD wird am 7. Mai ab 17 Uhr fortgesetzt. Dann geht es um das Thema der Laienreanimation, also der Wiederbelebung im Notfall, speziell für Senioren.

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